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Windows 10 per USB-Stick auf älterem/non-EFI Computer installieren

Ich habe heute mehrere Stunden versucht auf meinem etwas älteren PC, der noch kein (U)EFI-BIOS sondern noch ein klassisches BIOS hat, die aktuelle Windows 10 Insider Preview zu installieren. Da ich recht lange gebraucht habe dies hinzubekommen, wollte ich gerne meine Erfahrungen teilen, damit anderen eventuell etwas Zeit erspart bleibt.

Das Windows war nicht mehr betriebsbereit, da ich die Festplatte zum Testen brauchte und daher formatiert hatte, d.h. ich hatte kein Windows von ich ausgehen konnte. Da ich neben meinem Windows-PC noch ein Macbook besitze wollte ich den USB-Stick damit erstellen.

Zuerst versuchte ich die Variante mit `dd`. Das hatte neulich mit Ubuntu Linux sehr gut geklappt. Dazu wandelte ich das ISO-Image per `hdiutil convert` einfach in ein DMG-Image um und schrieb dies per `dd` auf den USB-Stick. Das Ergebnis beim Booten des PC leider nur ein blinkender Cursor.

Für Versuch Nummer 2 sollte der in MacOS enthaltende Bootcamp Assistant zum Einsatz kommen. Dieser kann direkt vom ISO-Image das Installationsmedium erstellen. Leider scheitert dieser daran, dass im Windows 10 ISO-Image eine Datei mit einer Größe von mehr als 4 GB enthalten ist. Der Bootcamp Assistant erstellt auf dem USB-Stick allerdings eine Partition mit FAT32 Dateisystem, was bekanntlich maximal 4 GB große Dateien aufnehmen kann. Der Assistant brach also nach kurzer Zeit mit der Meldung `Nicht genügend Platz auf dem Gerät verfügbar ab`, obwohl natürlich genug Platz frei war.

Den dritten Versuch habe ich dann mit dem aus einem anderen USB-Stick befindlichen Ubuntu Linux von neulich gestartet. Dabei folgte ich Variante 3 aus diesem Artikel. Dabei wird der USB-Stick formatiert und mit eine Partition mit NTFS-Dateisystem angelegt. Anschließend werden die Dateien und Ordner vom ISO-Image auf die Partition kopiert und zum Abschluss mit dem Tool `ms-sys` der Bootrecord (Windows 7 kompatibel) auf dem USB-Stick geschrieben. Das brachte allerdings auch keinen Erfolg.

Als nächstes versuchte ich es mit dem Programm/Projekt `WoeUSB` (Variante 1 aus diesem Artikel). Dies kann unter Ubuntu entweder aus `WebUpd8`s Paketen installiert oder direkt von GitHub gecloned und gebaut werden. Ich habe mich für die GitHub-Variante entschieden und bin einfach der README gefolgt. Um die Pakete `devscripts`, `equivs` und `gdebi-core` installieren zu können musste ich unter Ubuntu allerdings erst alle Paketquellen aktivieren. Ich wollte hier zunächst die GUI verwenden, was aber ebenfalls daran scheiterte, dass darin automatisch FAT32 als Dateisystem verwendet wird. Also habe ich es über das Terminal versucht und das Programm `woeusb` mit dem Argument `--target-filesystem NTFS` gestartet. Das Programm lief erfolgreich durch. Eine Zeile der Ausgabe zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Dort stand u.A. dass der GRUB Bootloader installiert wird, um mit alten System kompatibel zu sein. Ich vermute, dass dies genau der Haken war, an dem es bisher gescheitert war. Offenbar ist es mit (U)EFI-System deutlich einfacher von USB zu starten bzw. die aktuellen ISO-Images sind einfach nur noch damit kompatibel.

Ich hoffe, dass ich damit dem ein oder anderen etwas Zeit ersparen konnte. Wenn ihr Fragen oder Anmerkungen habt oder euch der Artikel geholfen hat, freue ich mich über Kontakt per Mail.